21. Juli - Charmin's Sixpack - Widerstand zwecklos ...

Heute sind die Puzzles schon wieder 3 Wochen "alt". Sie machen sich bestens, auch wenn die Milchbar von Mama geschlossen werden musste, weil sich zu den Staus nun auch noch Keime gesellten. Keine Mama muss sich quälen, so sind wir auf Flaschenfütterung umgestiegen und damit die Mama uneingeschränkt bei ihren Zwergen sein kann, bekam sie einen Body verpasst. Die Puzzles haben schnell verstanden, dass bei Charmin nichts mehr zu holen ist und genießen einfach nur den Körperkontakt und ihre Pflegemaßnahmen.

Inzwischen sind sie in den kleinen Welpenauslauf innerhalb vom Wohnzimmer umgezogen. Sie haben jetzt Platz und das Interesse an neuen Dingen wächst. Die Sinne "Sehen" und "Hören" werden trainiert, der laute Dyson wird wahrgenommen aber nicht als gefährlich eingestuft - zu oft ist er im Gebrauch...

Diese Woche folgen erste kleine Fleischmahlzeiten, das wird ihnen sehr munden. Weniger gut schmeckte die erste Wurmkur, die aber nunmal sein muss.

Charmin's Tochter Hermine hat vor drei Tagen ihre Qualifies zur Welt gebracht und die gerade frei gewordene Wurfkiste besetzt. Die beiden Mütter sind nun gemeinsam im Wohnzimmer, haben aber jeweils ihren eigenen Bereich. Gut, dass wir soviel Platz haben ;o))

Hermine zeigt ihrer Mama aber noch ganz deutlich, dass Besuch in diesen ersten Tagen nicht erwünscht ist. Charmin ist aber sehr neugierig und schleicht sich immer mal wieder an die Kiste heran, schaut ganz verliebt hinein und nimmt sich wieder ihrer eigenen Zwerge an - ganz so, als wolle sie eben nur nach dem Rechten schauen. Sie weiß inzwischen, bis wohin sie sich unkommentiert annähern darf.


Dass Charmin eine Übermama ist, war uns ja nun hinlänglich bekannt. Sie versorgt ihre Zwerge bestens und manchmal meint sie es dann einfach zu gut: Sie stellt zuviel Lebenselixier her, es kommt zu schweren Staus und dadurch dann zu einem schwergängigen Gesäuge. Leider kommen die Zwerge damit nicht klar und so steht jeden Tag mehrmaliges Ausstreichen des Gesäuges auf dem Programm.

Trotzdem gedeiht die Bande bestens. Auch der kleinste hat ordentlich aufgeholt und steht den anderen in nichts nach.

Hermine hat die Lage gestern auch schonmal sondiert, schaute aber nur sehr vorsichtig um die Ecke. Charmin hob nur den Kopf, schien aber nicht sehr begeistert vom Besuch. Damit sie die Welpenkiste verlässt, sind immer noch Überredungskünste gefragt. Ein leckeres Häppchen verschmäht sie dann doch nicht. Wenn man dann aber nicht aufpasst, ist sie schneller wieder drin, als man gucken kann...


03. Juli - So purzelten die Puzzles in die Welt...

Am Morgen des 30sten hauchte mich Charmin etwas hektisch wach - öhm... wie jetzt? Einleitungsphase? Jetzt schon? Also raus aus dem Bett und Temperatur messen. Ausgerechnet am Vorabend hatte ich es vergessen... Ok, sie lag unter 37°C - also wirklich Einleitungsphase. Aber wie lange schon? Charmin war am Vormittag wirklich schon sehr mit Nestbau beschäftigt, sortierte immer wieder die Körbe und Decken. Wir stellten die Wurfkiste im Wohnzimmer auf und schafften alle Utensilien herbei.

Unter anderem auch unseren ausgedienten Vorzeltschrank - er steht jetzt immer im Wohnzimmer, wenn wir Welpen aufziehen. Dieser Schrank hat ein großes Fach ebenerdig. Charmin zog es immer wieder in dieses Fach, sie räumte mehrmals die ganzen Vetbeds raus und legte sich hinein.

Mittags begann ihre Temperatur wieder zu steigen und somit befanden wir uns schon im fortgeschrittenen Stadium. So erledigte ich schnell alle nötigen Dinge und sagte einen Trimmtermin ab, der eigentlich ganz dringend gewesen war, denn der Rüde hatte eine Granne in der Pfote, die ich finden sollte.

Wir verlegten auf Donnerstag, bis dahin wurde die Pfote weiterhin mehrmals täglich mit Kernseife gebadet. Gestern holten wir den Termin nach und wie durch ein Wunder habe ich die Granne finden und entfernen können - diese Dinger sind echt eine Seuche!! Sucht Eure Hunde IMMER gut ab!

Zurück zum Thema - meine Mutter saß bei mir im Wohnzimmer und amüsierte sich über Charmin, die gar nicht mehr aus dem Regal heraus wollte. Dann sah ich eine Presswehe und bei der ersten fragt man sich immer mal wieder, ob das jetzt Wunschdenken oder tatsächlich die erste Presse war. Kurze Zeit später kam noch eine. Ich ging also zum Schrank und bat Charmin, in die Wurfkiste umzuziehen - das war aber gar nicht so in ihrem Sinne und schwubs war der erste Welpe um Punkt 15h da - im Schrank!


Charmin packte den Welpen trotz der Enge gekonnt aus und zum Vorschein kam der kleine Puck.

Er ist leberweiß und brachte nicht viel Gewicht mit: 240g zeigte die Waage. Er war aber sehr agil, fand sofort zur Milchbar und dockte an.


Nun war Charmin auch bereit, den Geburtsort zu wechseln. Bis 15:35h hatte sie Zeit, sich um Puck zu kümmern, dann kam Phil nach kurzer Presswehenphase. Er hatte ein besseres Gewicht - 320g.

Auch er ist leberweiß und war genauso schnell im Organisieren von Nahrung.


Purple war die dritte im Bunde um 16:27h - ein schwarzweißes Mädchen mit 330g. Da war er also, der Welpe, der unseren dringend Tatverdächtigen identifizierte... Milo hat es also geschafft, seine Charmin irgendwie rumzukriegen. Wenn der Papa leberweiß wäre, gäbe es keine schwarzen Welpen. Ein Elternteil muss zwingend schwarz sein, wenn man schwarze Welpen haben möchte.


Der Rhythmus blieb, um 17:35h begrüßten wir Paddy, einen schwarzweißen Bubi mit 365g. Er brachte die Waage zum Tanzen, so sehr schnell wollte er zurück zur Mama. Seinem Wunsch wurde entsprochen und so konnte er die Quelle schnell anzapfen.


Etwas eiliger hatte es der leberweiße Popeye. Mit seinen 280g war er wieder etwas leichter - aber sehr lebendig. Er kam um 18:04h und hatte es genauso eilig mit der Milchbar.


Gegen 19h kam ein Engelchen zur Welt. Ziemlich lange habe ich versucht, sie zurückzuholen, irgendwann musste ich es dann aufgeben.

Um 20:38h purzelte dann hingegen sehr lebendig die leberweiße Dame Pebbles in die Wurfkiste. Mit ihren 310g lag sie im Mittelfeld und stand ihren Geschwistern in Nichts nach.


Und dann kam sie wieder - die Situation, weswegen ich beschlossen hatte, dass Charmin nicht mehr Mama werden sollte. Schon wie bei ihren letzten beiden Würfen fühlte ich noch einen Welpen sehr weit vorne. Er wurde trotz guter Wehen aber nicht Richtung Ausgang transportiert. Es muss also irgendein Problem an dieser Stelle der Gebärmutter geben, dass diese Welpen nicht weitertransportiert werden.

Geburtshilfe konnte ich diesmal nicht leisten, weil ich einfach nicht rankam. Zu weit weg lag der Welpe. Also ab zu meiner Tierärztin. Es war schon Nacht. Sie ist aber immer für uns da - ein Umstand, den man heutzutage besonders zu schätzen weiß!!

Das Röntgenbild zeigte den Welpen, der gut gelagert war, per Ultraschall wurde dann aber festgestellt, dass er bereits nicht mehr lebte. Eine gute Dosis Wehenmittel i.v. brachte sofort sehr starke Pressen und damit den Welpen schnell hinaus. So hatten wir eigentlich 8 Welpen. Wir sind sehr traurig, dass die beiden es nicht geschafft haben, aber doch erleichtert, dass nicht noch ein Kaiserschnitt gemacht werden musste, um den leblosen Welpen zu holen.

Charmin, die Supermom, sorgt sich wieder mal bestens um ihre Zwerge und ist selig, dass sie es nochmal darf, wie es scheint. Den Welpen geht es allesamt sehr gut, die kleinen holen langsam an Gewicht auf.


30. Juni - Die Puzzles hatten es eilig...

Unsere Puzzles sind am 30.06.2020 gelandet. Es sind 4 Bubis (3 leberweiß & 1 schwarzweiß) und 2 Mädels (1 leberweiß & 1 schwarzweiß).

Bilder und Bericht lassen noch ein wenig auf sich warten. Die Geburt kam ziemlich plötzlich und wir müssen uns noch ein wenig sortieren und regenerieren.


15. Juni - Glaub' nicht alles, was du denkst!!

Dass unser P-Wurf nun plötzlich in einen Q-Wurf umgenannt werden muss – ist einem „Umstand“ zu verdanken, den wir so NIE erwartet hätten… und ich muss es nun einfach mal alles zum Besten geben, damit ich mir das auch später immer wieder mit einem breiten Grinsen im Gesicht durchlesen kann. In allererster Linie schreibe ich die Tagebücher für mich, denn ich habe immer wieder Freude daran, in diesen Aufzeichnungen der bisherigen Würfe herumzustöbern – zu schön sind die Erinnerungen aus unserer Welpenstube.

 

Nun aber zu unserem P-Wurf, den wir völlig unerwartet erwarten. Aber von fast vorn: Am vergangenen Samstag waren wir, wie fast immer an diesem Wochentag, in unserer Hundeschule in Hilden. Nach Feierabend dürfen unsere Hunde auf dem großen Gelände nochmal so richtig abrocken, so kommen dann auch die zum Zuge, die nicht am Unterricht teilgenommen haben. Die Youngsters alberten zum Schluss noch herum, die erwachsenen (wobei die nicht zwangsläufig vernünftiger sind) machten es sich bei uns bequem.

 

Charmin gesellte sich wie gewöhnlich zu mir und setzte sich mir den Rücken zugewandt hin. Das ist dann ihre unübersehbare Aufforderung, sie so richtig schön durchzuknuddeln. Sie hatte in der letzten Woche etwas abgenommen, ich dachte mir aber nicht großartig etwas dabei. Schließlich hatten die Hunde ziemlich viel Bewegung und Beschäftigung. Als ich ihr an den Bauch fasste, gluckerte der sehr und wirkte aufgedunsen. Ich erschrak mich etwas, fühlte richtig nach und sagte dann so in die Runde: „Also, wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich ja sagen, sie ist schwanger …“

 

Charmin hatte ordentlich getrunken nach der Bewegung, es war ja auch sehr warm. Die viele Flüssigkeit im Bauch machte mir aber Sorgen, so kontrollierte ich die Schleimhäute, die dann auch noch blässlich waren. Meine Alarmglocken gingen an, ich tastete sie immer wieder durch und maß die Körpertemperatur, die aber völlig ok war. Auch sonst ging es ihr nicht schlecht – im Gegenteil… sie war bestens drauf. Trotzdem rief ich in meiner Praxis an, um mich bestenfalls beruhigen zu lassen. Die Tierärztin war auch der Meinung, dass ihr Verhalten nicht zu einer gefürchteten Gebärmuttervereiterung passen würde, wenn sich der Zustand aber verschlechtern sollte, würde sie uns in der Nacht noch kommen lassen. Wir verabredeten uns zunächst für den Sonntagmorgen zum Checkup. In der Nacht stand ich mehrmals auf und schaute nach ihr – alles im grünen Bereich und auch die leicht anämische Schleimhaut war wieder schön rosa.

 

Am Morgen war sie immer noch bester Laune, aß ihre Mahlzeit mit größtem Appetit und rannte die Morgenrunde wie gewohnt im Rennsemmelgalopp mit. Ich telefonierte nochmal mit der Tierärztin, welche dann mit mir einer Meinung war, dass wir noch bis Montag Zeit hätten, denn dann wären wir ja sowieso mit Hermine zum Ultraschall verabredet.

 

So nahm ich Charmin und Hermine am Montag mit. Meine Tierärztin ist fantastisch, ich bin immer wieder schwer begeistert, wie sie ihre Patientenbesitzer an alles heranführt und betreut – immer auf Augenhöhe! Ich schilderte also, was mir Sorgen macht und wollte auch erstmal Charmin abchecken lassen. Also nahm sie Blut, um danach einen Abdomenschall zu machen.

 

Was wir dann zu sehen bekamen, sah im ersten Augenblick aus, als wenn der ganze Bauchraum voller Tumoren wäre, ich war für ein paar Sekunden wie gelähmt. Meine Tierärztin meinte dann aber mit einem etwas amüsierten Unterton: Ja, Frau Menten, sie werden wohl wieder OMAAA – der Felsbrocken, der dann fiel, löste mit Sicherheit deutliche seismographische Ausschläge in der Erdbebenstation Bensberg aus. Mein Mädchen ist gar nicht krank – sie ist NUR SCHWANGER!! Ich war sowas von erleichtert und konnte nicht mehr aufhören zu lachen… Meine Tierärztin war dann auch froh, dass ich es mit Humor nahm und lachte die ganze Zeit mit, war sie doch auch erleichtert, dass sie keine schlechte Diagnose stellen musste.

 

So weit entwickelte Welpen habe ich auch noch nicht im Schall gesehen, meist sind wir ja um Tag 25 dort. Sie schätzte die Früchte vom Entwicklungsstand her ungefähr auf Tag 40. Das heißt, sie sind schon ziemlich weit entwickelt, sie konnte Leber und Nieren bereits darstellen. Die Anzahl ist in diesem Stadium nicht mehr sicher festzustellen – wir kamen aber immer wieder auf 6+.

 

Der Schall von Hermine war eh nur Formsache, ihre Welpen konnte ich Samstag schon sehr deutlich tasten.

 

Ich zerbreche mir seitdem den Kopf, wann sie sich hier ohne mein Wissen und vor allem ohne jegliche Erlaubnis hat schwängern lassen. Ich komme aber nicht wirklich zu einem Schluss. Ich achte „eigentlich“ schon sehr genau darauf, dass es hier nicht zu einem Uups-Wurf kommt. „Eigentlich“ war Charmin’s Zuchtplanung auch mit ihrem dritten Wurf letztes Frühjahr abgeschlossen. Sie hatte drei wundervolle Würfe, aus denen ganz großartige Springer mit bestem Wesen entstanden sind und scheinbar war sie der Meinung, dass sie einfach noch einen draufsetzen muss. Dabei hat sie natürlich darauf geachtet, dass auch alles in trockenen Tüchern ist: sie war noch nicht aus dem zuchtfähigen Alter heraus und ihre Augenuntersuchung ist auch noch gültig. Als Vater kommt „eigentlich“ nur Milo infrage, das muss aber letztendlich mit einem Vaterschaftstest noch abgesichert werden, weil es ja nun keine zweibeinigen Zeugen gibt.

 

Das waren nun ganz schön viele „Eigentlichs“ – eigentlich gar nicht so mein Ding… Der Geburtstermin unserer P-chen ist durch diesen Umstand natürlich nicht so genau zu bestimmen – zu Anfang Juli wird es spannend!

 

Von Langeweile sind wir also sehr weit entfernt… Diese Konstellation von zwei Würfen, die sehr zeitnah fallen, hatten wir letztes Frühjahr schon einmal und zwar mit genau denselben Müttern. Dennoch gibt es Unterschiede:

Zum einen ist diesmal nur einer von diesen Würfen geplant und zum anderen ist die Reihenfolge der Geburt andersherum. Letztes Mal waren Hermine’s Lyckas 3,5 Wochen jung, als Charmin’s Miracles zur Welt kamen. Diesmal wird der Abstand ungefähr gleich sein, nur werden die Charmins vor den Hermines eintreffen. Die beiden Mütter haben sich letztes Mal gemeinsam um ihren Nachwuchs gekümmert, das war eine fantastische Erfahrung für uns alle und ich will hoffen, dass Mutter und Tochter sich auch dieses Mal wieder sehr tolerant geben, wie sie es auch im Alltag praktizieren.

 

Vom Timing her haben uns die beiden Damen ein echtes Geschenk gemacht. Wir haben seit über einem Jahr geplant, diese letzte Juniwoche nach Dänemark zu fahren, um uns eine Auszeitwoche mit Freunden zu gönnen. Das ist unser erster Urlaub seit 6 Jahren und bis fast zum Schluss war nicht klar, ob wir diesen überhaupt antreten können. Corona lässt grüßen und so wurden die Grenzen erst 5 Tage vor unserem Reisantritt wieder geöffnet. Charmin ist erst für die nächste Woche ausgezählt, wobei eben nur geschätzt. Hermine hatte ihre Läufigkeit vorgezogen, weil alle anderen Damen läufig waren, aber sie wartet bis deutlich nach unserer Rückkehr mit ihren Zwergen.

 

Ich muss immer wieder an ein Telefonat mit einer Züchterin im Ausland denken, das ich vor ein paar Wochen führte. Es ging unter anderem um Uups-Würfe und ich sagte noch so: Ich weiß ganz sicher - das wird uns auch mal passieren. Irgendwann wird mal jemand nicht richtig aufpassen und dann wird es passieren, da wir keine Zwingerhaltung praktizieren und wenn mehrere Damen gleichzeitig läufig werden, kann ich nicht immer nachvollziehen, wann genau Tag 1 war. Das kann ich nur, wenn ich eine Belegung plane und jeden Morgen einen Taschentuchtest mache. Ab dann wird "eigentlich" sehr genau aufgepasst, wann das Interesse der Rüden beginnt - dann wird strikt getrennt und zwar solange, bis sich kein Rüde mehr interessiert und dann noch ein paar Tage länger. Ich kann mir bei Charmin jetzt nur vorstellen, dass ich das Interesse der Rüden zu spät bemerkt habe. Vielleicht wird uns der Zeitpunkt der Geburt Aufschluss geben??? Wir freuen uns trotzdem - Charmin hat entschieden... Punkt!